„Mit der steigenden Anzahl an Protein-Auslobungen kann grundlegende Vollwertkost als vertrauenswürdige, alltägliche Entscheidung zelebriert werden, da sie von Natur aus gesundheitliche Funktionalität bietet."
Eliana Riera-McInnes, Foodservice Research Analyst
Die Absichten zu gesundem Essen und Trinken in Deutschland haben sich im Jahr 2026 verstärkt. 68 % der Deutschen versuchen, immer oder meistens gesund zu essen und zu trinken (+4 Prozentpunkte gegenüber 2025). Unterstützt wird dies durch einen verstärkten Fokus auf Selbstfürsorge. Gleichzeitig vertieft die K-förmige wirtschaftliche Erholung die Ungleichheit bei gesunder Ernährung. Während finanziell gut gestellte Deutsche weiter voranschreiten und diejenigen unter Druck es schwieriger finden, mitzuhalten, erweisen sich Eigenmarken als ein zentraler Weg, um den Zugang zu gesünderen Lebensmitteln und Getränken zu erweitern.
Das Gewichtsmanagement gewinnt ebenfalls wieder an Bedeutung, angetrieben durch den kulturellen Einfluss von GLP-1-Medikamenten, auch wenn die tatsächliche Nutzung weiterhin begrenzt ist. Dies hat die proteinorientierte Innovation verstärkt.
Da jedoch eine Proteinermüdung einsetzt, besteht Spielraum, Gesundheitsdiskussionen neu auszurichten und den Fokus auf Ballaststoffe und eine breitere Nährstoffdichte zu legen, um Sättigung und Verdauung zu unterstützen.
Parallel dazu stärkt eine Rückbesinnung auf natürliche Werte und die Sorge über extrem verarbeitete und hochgradig künstliche Produkte die Attraktivität von Vollwertkost. 81 % der Deutschen glauben, dass Vollwertkost bessere gesundheitliche Vorteile bietet als angereicherte Alternativen. Marken können die inhärenten Nährstoffeigenschaften einfacher Grundnahrungsmittel hervorheben und Geschmacksinnovationen im Bereich Vollwertkost fördern, indem sie alltägliche Lebensmittel als glaubwürdige, zugängliche und ansprechende Gesundheitslösungen umgestalten.
Dieser Report untersucht die folgenden Bereiche:
- Der Druck durch die Lebenshaltungskosten verschärft die Ungleichheiten bei gesunden Ess- und Trinkgewohnheiten
- Das Vertrauen in vollwertige Lebensmittel übertrumpft die Anreicherung in Bezug auf gesundheitliche Vorteile, gestützt durch Skepsis gegenüber extrem verarbeiteten Lebensmitteln
- Darstellungen zur Gewichtsabnahme mithilfe von GLP-1 erhöhen die Attraktivität von Ballaststoffen als natürliches Sättigungsmittel
- Social Media beschleunigt das Interesse an Auslobungen zu hohem Proteingehalt, schürt aber auch Fehlinformationen
- Verbraucher:innen haben Schwierigkeiten, Ernährungsratschlägen zu vertrauen, was die Nachfrage nach Klarheit und Orientierungshilfen erhöht
- Eigenmarken nutzen Auslobungen zur Gesundheit, was die wahrgenommene Glaubwürdigkeit von Markenprodukten infrage stellt