„Unter dem Druck von Vorschriften und Konkurrenz können umweltfreundliche Marken hervorstechen, indem sie den Fokus weniger auf umweltbezogene Auslobungen und stärker auf persönliche Gesundheit und Wohlbefinden legen."
Yasemin Holtemayer, Household Care Research Analyst, Germany
Trotz eines leichten Rückgangs zwischen 2023 und 2024 von 80 % auf 76 % der Deutschen, die ein umweltfreundliches Leben anstreben, bleibt die Haushaltspflege eine wesentliche Kategorie aufgrund ihrer zentralen Rolle im täglichen Leben der Verbraucher:innen. Allerdings reduzieren 70 % der Haushalte ihren Energieverbrauch in erster Linie, um Kosten zu sparen, nicht aus Umweltgründen, was eine klare Neigung zu wertorientierten umweltfreundlichen Verhaltensweisen zeigt.
Der steigende wirtschaftliche Druck in Verbindung mit einem Flickenteppich von regulatorischen Anforderungen drängt Marken dazu, mehrere Auflagen zu erfüllen. Marken nehmen eine Neubewertung ihrer Lieferketten vor, während die Ausgaben für Compliance zunehmen und sich die Marktkonsolidierung zuspitzt – nur die anpassungsfähigsten Marken können sich halten. Dies zeigt, wie der Zusammenstoß von Kostendruck und Vorschriften das Branchenhandbuch grundlegend neu definiert und Marken dazu antreibt, ökologische Innovationen zu überdenken.
Die besten Aussichten liegen in gesundheitsorientierten Produkten, die sowohl für die Verbraucher:innen als auch für die Umwelt greifbare Vorteile bieten und somit einen höheren Preis rechtfertigen. Nichtsdestotrotz ist die größte Bedrohung das zunehmende Misstrauen der Verbraucher:innen – 58 % glauben, dass Marken des Greenwashings schuldig sind – was das Wachstum der Kategorie zum Stillstand bringen könnte, wenn das Vertrauen nicht entschlossen wiederhergestellt wird.
Dieser Report untersucht die folgenden Bereiche:
- Belastungen durch die Inflation und die Lebenshaltungskosten veranlassen Verbraucher:innen dazu, Wert und nachgewiesene Leistung gegenüber Umweltauslobungen zu priorisieren
- Sich entwickelnde Vorschriften wie das LkSG, die CSRD und die ESPR verschärfen die Anforderungen an die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, erhöhen die Kosten und erfordern eine vollständige Transparenz der Lieferkette
- 58 % der Käufer:innen glauben, dass Greenwashing weit verbreitet ist, was neuen Druck auf Marken ausübt, datengestützte Auslobungen und Zertifizierungen zu liefern
- Eine alternde Bevölkerung beschleunigt die Nachfrage nach benutzerfreundlichen, sicheren Öko-Formaten und Eigenmarkenangeboten, die Wert und Nachhaltigkeit verbinden
- Die Marktsättigung ist offensichtlich, wobei 82 % der neuen Produkteinführungen ethische Auslobungen aufweisen
- Eine verstärkte Gesundheits- und multifunktionale „besser für mich“-Positionierung ist der überzeugendste Weg zu Premiumisierung und Treue der Verbraucher:innen
- Das Wachstum der Kategorie hängt von transparenten Auswirkungen und Zusammenarbeit mit unabhängigen Nichtregierungsorganisationen ab, um Vertrauen wiederherzustellen